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Jahrgangsmischung
Ein großer Teil des Unterrichts ist jahrgangsübergreifend organisiert. Schüler dreier Altersgruppen lernen in einer sogenannten Stammgruppe zusammen. Durch die Jahrgangsmischung entsteht eine Lernsituation, die frei von Platzierung und Konkurrenzdruck ist. Das führt zu einer entspannten Lern- und Arbeitsatmosphäre, die Motivation und Anstrengungsbereitschaft steigern.
Morgenkreis
Der Morgenkreis findet von der Untergruppe bis zur Obergruppe in der erste Stunde am Montagmorgen statt und ist als ein Element der Rhythmisierung fest in den Stundenplan integriert.
Kreisgespräch
Der Stuhlkreis ersetzt die traditionelle frontale Sitzanordnung, unterstützt die Gesprächskultur und dient der Einführung, Präsentation, Auswertung und Ergebnissicherung von Unterrichtsinhalten.
Stammgruppenprojekte
In Stammgruppenprojekten forschen die Schüler 6 Stunden in der Woche gemeinsam an fächerübergreifenden Themen. Dabei arbeiten die Schüler in der Regel 3 bis 4 Wochen intensiv an einem Thema.
Kurs
Für einen Teil des Unterrichts werden die Schüler in altershomogenen Lerngruppen zusammengefasst. Die Kurse gewährleisten den Unterricht in allen Fächern, die einen konsekutiven Kompetenzaufbau zur Grundlage haben. Sie sichern die Vermittlung, Strukturierung sowie Vertiefung allgemeinverbindlicher Inhalte.
Inklusion
Die Jenaplan-Schule Jena ist ein übersichtliches Haus der Bildung für alle Kinder mehrerer Schülergenerationen von der Kindertagesstätte bis zum Abitur – eine inklusive Schule für junge Menschen mit sehr unterschiedlichen Lernvoraussetzungen.
Differenzierung
Die Jenaplan-Schule Jena begreift die Individualität der Schüler als grundlegend und trägt dieser durch eine Binnendifferenzierung des Unterrichts mit dem Ziel einer stärkeren Individualisierung des Lernens Rechnung.
Einschätzungskultur
Eine Kultur der gegenseitigen Wertschätzung fördert die Lernfreunde und die Lernbereitschaft der Schüler. Der individuelle Lernprozess wird regelmäßig von Selbst- und Fremdeinschätzungen begleitet. Noten gibt es erst ab Klasse 7.
Feier
Die Feier verstärkt als eine der vier Bildungsgrundformen der Jenaplanpädagogik den offenen Sozialprozess des Lernens. Sie ist als Resümee eines längeren Lernabschnittes bzw. als Abschluss der Schulwoche zu verstehen.

Jahrgangsmischung

Die Arbeit in der altersgemischten Stammgruppe bietet viele Vorteile:

  • Schulneulinge wachsen mit dem ersten Schultag in eine vorhandene Gruppentradition hinein. Sie können sich sozial vielfältig engagieren - über die Orientierung am Lehrer hinaus, der ihnen drei Jahre als pädagogischer Partner erhalten bleibt.
  • Für die in der Stammgruppe verbleibenden Schüler verändert sich notwendig ihre eigene Rolle: sie erreichen das nächste Schuljahr, übernehmen neue Verantwortungen, können aber auch Traditionen an die jüngeren Schüler weitergeben und beim Einleben helfen. Es entstehen Chancen für neue Freundschaften.
  • Aufgrund der verschiedenen altersgemäßen Lernbedingungen entwickeln sich viele natürliche Lernsituationen. Man lernt durch gemeinsame Erfahrungen; anderen helfen und sich helfen zu lassen werden selbstverständlich, ja sogar notwendig. Konkurrierendes Lernen wird eher vermieden und ersetzt durch die Notwendigkeit, unterschiedliche Leistungsfähigkeiten, auch unterschiedliches Lerntempo, anzuerkennen.

 

Stammgruppenarbeit in den Untergruppen

Die Kinder der Untergruppen (1. bis 3. Jahrgang) müssen erst das Rüst- und Handwerkszeug für die Projektarbeit erwerben.

Deshalb arbeiten sie in ihrer Stammgruppenzeit vorwiegend nach Wochenplänen. In der Regel umfasst dieser Plan einen Zeitraum von vierzehn Tagen.
Pro Woche stehen den Kindern für die Arbeit am Wochenplan sieben Unterrichtsstunden zur Verfügung.
Die Themen werden dem Sachkunde-Lehrplan oder den Erlebnisbereichen der Kinder entnommen. Außerdem haben die Schüler zu Beginn des Schuljahres die Möglichkeit Themenwünsche aufzuschreiben und somit Einfluss auf Inhalte auszuüben.

In der wöchentlichen Teamsitzung aller in den Untergruppen unterrichtenden Kolleginnen werden Schwerpunkte eines Wochenplanes zusammengetragen, wichtige Inhalte und Methoden besprochen sowie Materialien bereitgestellt.
Eine Kollegin fertigt dann den Wochenplan an. Dabei ist es wichtig:
 
  • die Aufgaben entsprechend den Anforderungen des Jahrganges zu gestalten
  • differenzierte Angebote zu einem Sachverhalt anzubieten
  • Zusatzaufgaben bereitzustellen für Kinder, die sehr leistungsstark sind und
  • Förderangebote für Kinder, die in bestimmten Lernbereichen Schwierigkeiten haben, zu unterbreiten.

 

Die Kinder des ersten Jahrganges werden schrittweise an die Arbeit mit dem Wochenplan herangeführt. Bis Dezember arbeiten sie an überschaubaren Stunden- und Tagesplänen.

In diesen ersten Unterrichtswochen erleben die Schulanfänger den Umgang mit dem Wochenplan und machen sich bewusst und unbewusst mit Arbeitsmethoden und Herangehensweisen vertraut.
 
Zweimal im Schuljahr beschäftigen sich die Schüler mit einem freien Thema. Ein wichtiges Arbeitsprinzip ist die Selbstkontrolle. Dadurch lernen die Kinder eigenverantwortlich und selbstständig zu überprüfen und Erledigtes abzuhaken.

Manche Sachgebiete sind auch für die Arbeit an Stationen geeignet. Beispielsweise wurde bei den Themen „Märchen“ , „Rund ums Rad“ oder „Arbeit an speziellen Texten“ ein Stationenbetrieb aufgebaut, bei dem verschiedene Sinne und Intelligenzbereiche angesprochen werden.
 

Stammgruppenarbeit in den Mittel- und Obergruppen

Die Arbeit unterteilt sich in drei Phasen:

Die Einführungsphase wird vom Lehrer inhaltlich und methodisch aufbereitet. Sie soll die Schüler für das Thema aufschließen, bereits vorhandenes Wissen aktivieren und neugierig machen. Es ist wichtig, bei den Schülern klare Vorstellungen über den Rahmen des aktuellen Themas zu entwickeln, in den sich dann die persönlichen Arbeitsthemen einordnen. Themen ergeben sich aus einem über Jahre entwickelten Curriculum, dessen Grundlage der staatliche Lehrplan ist. Ausgewählt wurden solche, die es ermöglichen, dass die Schüler nach Intention, Weg, Tempo und Partner Entscheidungsspielräume haben, ihre Kreativität entfalten und mit ihrem Präsentationsbeitrag einen Baustein zur Klärung der Gesamtthematik beitragen können.

In der Erarbeitungsphase erfolgt die inhaltliche Erschließung überwiegend in selbstständiger Schülerarbeit. Die Aufgabe des Lehrers besteht darin, zu beobachten und zu analysieren, um zu gegebener Zeit helfend eingreifen zu können. Anhand der bereitgestellten Literatur belesen sich die Schüler zu ihrem Thema. Parallel dazu stellen sie sich Fragen, um die wesentlichen Inhalte der Texte herauszufiltern und zu formulieren. Die Schüler helfen sich gegenseitig beim Aufstellen der Gliederung, im Umgang mit Literatur, beim Klären von Begriffen oder bei praktischen Tätigkeiten. Das gibt ihnen Gelegenheit, ihre eigene fachliche Kompetenz zu erproben, und sie machen die soziale Erfahrung, gebraucht zu werden. Damit verändert sich die Rolle des Lehrers. Er tritt immer mehr als Vermittler des Lehrstoffs in den Hintergrund und ist Partner und Helfer. Dabei begreift er sich als Experte seines Faches, der versucht, die Lust der Schüler zu wecken, sich mit dem Lehrstoff in selbstständiger und lernender Arbeit zu befassen. So werden sie zum Forscher und Entdecker.

In der Präsentation stellen die Schüler ihre Arbeitsergebnisse vor, fügen sie zu einem gemeinsamen Ganzen zusammen und reflektieren ihre Arbeitsweise. Hierbei kommt zur eigenen Wissensaneignung der Anspruch, das Erarbeitete verständlich und anschaulich weitergeben zu können. Nach der Präsentation erhalten Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, über Gelungenes und nicht Gelungenes nachzudenken, dies zu formulieren und Ursachen und eigene Schlussfolgerungen daraus abzuleiten. Daran anknüpfend formuliert der Lehrer einen Einschätzungstext und bewertet den Arbeitsprozess, die Präsentation sowie die schriftlichen Ergebnisse. Dies alles wird den Eltern zur Kenntnis gegeben.

Die gesamte Stammgruppenprojektarbeit unterliegt einer klaren Strukturierung, die für Schüler unbedingt transparent und einsichtig sein muss. Vorhandene Regeln, die Zusammenarbeit der Schüler betreffend, müssen eingehalten, Rituale entwickelt und gepflegt werden.

In der Oberstufe wird die jahrgangsgemischte Projektarbeit in den Leistungskursen, die als „Aufsetzer“ auf die Grundkurse geplant und organisiert sind, konsequent fortgeführt.