Staatliche Jenaplan-Schule Jena
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Do, 09. September 2010
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Was gibt es zur Vorstellung zu sagen ...
Die Jenaplan-Schule Jena wurde im September 1991 von Lehrern und Eltern aus dem Überlegen heraus gegründet, Schülern aller Schulformen das gemeinsame Lernen zu ermöglichen.
 
Inzwischen blickt die Schule auf ein 17 jähriges Bestehen zurück. Sie hat sich in diesem Zeitraum von der anfangs 6-jährigen Schule (1991 bestehend vom Kindergarten bis zum 6. Schuljahr) bis zur Abiturstufe entwickelt und gehört allein schon deshalb zu den „Exoten“ der bundesdeutschen Schullandschaft.
 
435 Kinder von der Vorschulgruppe bis zum Abiturjahrgang leben und lernen in der Schule. Die Jenaplan-Schule ist eine staatliche Schule und anerkannter Schulversuch des Freistaats Thüringen. Sie wird im Sommer 2006 in die „Normalität“ entlassen und behält auch dann die bisherige Schulpraxis, einschließlich der Leistungseinschätzung und Bewertungskultur, bei. Das Schulgesetz Thüringens bietet dafür die nötigen Freiräume.
Die Jenaplan-Schule ordnet den Stoff, die Unterrichtszeit und die Schüler anders als allgemein üblich.
Anstelle der traditionellen inhaltlichen Gliederung durch Fächer und der organisatorischen Gliederung nach Jahrgangsklassen und Kurzstundeneinheiten von 45 Minuten werden offene Lernsituationen möglich gemacht, die Spielräume für individuelle Lern- und Arbeitsrhythmen der Schüler im Tages- und Wochenablauf gewähren.
 
Der Unterricht ist in altersgemischten Stammgruppen organisiert, behinderte Kinder sind in die verschiedenen Gruppen integriert. Die Schüler lernen in vielen Stunden gemeinsam und voneinander, weil sie eine Vielfalt von Gelegenheiten im Schulalltag erfahren, die möglich machen, dass sie sich wechselseitig anregen, sich gegenseitig beim Lernen helfen, ihre Selbstständigkeit in Gruppen oder Einzelarbeit erwerben und erproben, Kooperation statt Konkurrenz erfahren.
Ältere können ohne Gesichtsverlust am Lernstoff von Jüngeren mitarbeiten und umgekehrt. Anderen helfen und sich selbst helfen lassen wird selbstverständlich, ja sogar notwendig.
Für Schüler in der altersgemischten Lerngruppe ist es normal, ihre unterschiedlichen Stärken gleichberechtigt nebeneinander zu sehen. Erst dadurch wird es möglich, sich unabhängig vom Alter mit den Themen der anderen auseinander zu setzen.
 
Die Jenaplan-Schule wird zum Lebensort für alle Beteiligten. Das demokratische Gefüge, einschließlich des Leitungsstils, wirkt dem Entstehen von Hierarchien entgegen.
 
Demokratie ist nicht nur eine Staatsform, sondern auch eine Lebensform. Lehrer, Eltern und Schüler sollen insbesondere die Schule als solche begreifen und erfahren.
 
So erhalten die einzelnen Teambereiche
  • Vorschulgruppe (2 – 6 Jahre),
  • Untergruppen (1. – 3. Jahrgang),
  • Mittelgruppen (4. – 6. Jahrgang),
  • Obergruppen (7. – 9. Jahrgang, 10. Jahrgang) und
  • Oberstufe (11. – 13. Jahrgang)
Verantwortung und Entscheidungsfreiheit.
 
Gemeinsam wurde eine Kultur des Lernens und Arbeitens entwickelt, die entscheidend von dem obersten Gebot der Zusammenarbeit der Lehrerteams bestimmt wird: das gegenseitige Schaffen von Freiräumen, die ermöglichen, aus den eigenen Fehlern zu lernen und daraus die Arbeit weiter entwickeln zu können.
Alle Beteiligten pflegen die Kooperation und Kommunikation, insbesondere die Schüler erfahren Gemeinschaft statt Konkurrenz.
 
Die Jenaplan-Schule ist eine staatliche Schule, die Lehrpläne des Landes Thüringen bestimmen die Unterrichtsarbeit und deren Inhalte.